14. März 2019 - Buchpräsentation "Friedrich Reitlinger 1877 - 1938"

Exakt ein Jahr nach dem historisch geprägten Abend zum Thema Anschluss 1938 trafen sich geschichtsinteressierte Personen kürzlich im Freiraum Jenbach, um den Ausführungen des Berufsgenealogen Hans-Peter Haberditz zu lauschen, der in akribischer Arbeit den berühmten "Fall Reitlinger" aufgerabeitet hat. Die Familie Reitlinger war nicht nur in Jenbach, sondern in ganz Österreich ein Name, doch nach dem mysteriösen Tod von ihm und seiner Tochter Johanna und den anschließenden Wirren des zweiten Weltkrieges wurde der Industrielle mit jüdischen Wurzeln immer mehr zu einer negativen Figur diffamiert.

Durch intensive Archivstudien sowie Recherchen in ganz Österreich konnte Haberditz gemeinsam mit Andrea Chvatal und einem Team geschichtinteressierter Personen der Wahrheit ein wenig näher kommen. "Wie Friedrich und Johanna Reitlinger im Jahr 1938 tatsächlich gestorben sind, steht nicht im Buch, weil es keine eindeutigen Beweise dafür gibt, aber wenn man das Buch aufmerksam liest, kann man seine eigenen Schlüsse aus den Indizien ziehen", rät Haberditz, der seine Ergebnisse in einem Buch zusammengefasst hat, welches beim Autor erhältlich ist. Der Abend klang mit interessanten Gesprächen – unter anderem mit extra angereisten Mitgliedern der Familie Reitlinger – aus. Als offizielle Vertreterin der Gemeinde hob Vize-Bürgermeisterin Inge Meixner die Bedeutung dieser historischen Aufarbeit hervor und bedankte sich bei den Beteiligten für die vielen Stunden, die sie investiert haben. 

Text & Fotos: Dagmar Knoflach-Haberditz

 

14. März 2018 - "Der Anschluss 1938 und der Fall Reitlinger"

waren Thema des Vortrags im Rahmen der "orts.zeit".
Kürzlich fand im VZ Jenbach die erste Veranstaltung im Rahmen der neuen Reihe "orts.zeit" statt. Zum Gedenken an 80 Jahre Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland stellten Horst Schreiber und Claudia Rauchegger-Fischer ihr neu erschienenes Buch "1938 – Der Anschluss in den Bezirken Tirols" vor. Die Historiker gingen dabei besonders auf die Profiteure und Nutznießer der NS-Machtübernahme im Bezirk ein. Auch die Rolle der Frauen im BDM (Bund Deutscher Mädl) wurde beleuchtet.

Der Fall Reitlinger

Der zweite Teil des Vortragsabends wurde von Hans-Peter Haberditz und Wolfgang Meixner gestaltet. Die beiden erzählten über das Leben, Wirken und Ableben von Friedrich Reitlinger, genau zu dessen 80. Todestag. Der Industrielle wurde gemeinsam mit Tochter Johanna am 14. März 1938 in ihrem Haus in Jenbach tot aufgefunden. Während die offizielle Stellungnahme Tod auf Verlangen und Selbstmord lautet, ist in den letzten 80 Jahren nie ganz klar geworden, ob es sich an jenem Tag nicht doch anders abgespielt hat. Haberditz und Meixner haben sich der Aufklärung des Falles verschrieben. Einige Familienangehörige Reitlingers sind extra an diesem Abend erschienen.
Die Veranstaltung wurde organisiert vom Kulturausschuss der Marktgemeinde Jenbach und Obfrauschaft von GR Barbara Wildauer mit dem ingesamt 6-köpfigen Team mit Chronistin Stephanie Brandauer, Andrea und Ralf Chvatal, Hans-Peter Haberditz und Wolfgang Meixner. 

Text & Fotos: Dagmar Knoflach-Haberditz